BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 17.11.2016, 18:15 Uhr
Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel, Schnitz S01 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Dr. Claus Jurman, Wien
Memphis in der Libyerzeit: Priester, Militärs und die Grauzonen kultureller Identität

Abstract des Referenten

Um die Mitte des 9. Jahrhunderts v. Chr. − zu einer Zeit, als Memphis schon Jahrhunderte als administratives und kulturelles Zentrum des pharaonischen Ägypten hinter sich hatte − etablierte sich in der alten Metropole an der Schnittstelle zwischen Ober− und Unterägypten eine Fürstendynastie libyscher Abstammung, welche die Geschicke der Region über mehrere Generationen hinweg bestimmen sollte. Interessant sind Prinz Schoschenk D und seine als memphitische Hohepriester und Meschwesch−Fürsten amtierenden Nachfolger insbesondere deswegen, weil sich an ihren Hinterlassenschaften beispielhaft die komplexen ethnischen und kulturellen Identitätskonstrukte libyschstämmiger Eliten in der Dritten Zwischenzeit nachvollziehen lassen. Dabei wird deutlich, dass die memphitischen Dynasten dem während der späten 22. Dynastie aufkommenden "Archaismus" nicht nur positiv gegenüberstehen, sondern allem Anschein nach zu den führenden Proponenten dieser sozio-kulturellen "Avantgarde-Bewegung" gehören und sich in einigen Aspekten gleichsam "ägyptischer" präsentieren als "die Ägypter" selbst.

Bildnachweis  

© Claus Jurman

Update: 04.06.2016 Webdesign: R. Gautschy © Basler Forum für Ägyptologie