BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 17.1.2011, 19:00 Uhr, Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel: "Schnitz" S 01 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Prof. emer. Dr. Wolfgang Decker
Pharao und Sport

Abstract des Referenten

 
Eine Grundthese der ägyptischen Staatsideologie lautet, daß Pharao der Garant für Leben und Sicherheit Ägyptens ist. Diese Rolle erforderte physische Stärke, die neben Erfolgen im Krieg und auf der Jagd auch durch sportliche Leistungen demonstriert werden konnte. Allerdings verbietet das Königsdogma die Teilnahme Pharaos am Wettkampf, da es undenkbar war, seine Überlegenheit auch nur theoretisch in Zweifel zu ziehen. Dennoch sind seine sportlichen Leistungen bemerkenswert.
So hat er seine körperliche Leistungsfähigkeit beim Jubiläumsfest (im Idealfall 30 Jahre nach Herrschaftsantritt) durch einen rituellen Lauf zu beweisen, der im Zentrum der Feier steht und in der Totenanlage des Djoser (3. Dyn.) in Sakkara gar seine archäologischen Spuren hinterlassen hat. Die eigentliche Zeit der sportlichen Könige ist die 18. Dynastie, mit der das Trauma der Hyksoszeit überwunden ist. Hier hat sich sogar eine Familientradition herausgebildet. Die angeblichen Höchstleistungen im Bogenschießen auf die Kupferscheibe vom fahrenden Pferdewagen aus basieren auf der Nutzung technischer Neuerungen, die die Hyksos importiert hatten. Ein weiteres Feld königlicher Sportlichkeit ist das Training von Wagenpferden, das noch bis in ramessidische Zeit nachklingt.
Es verdient der Erwähnung, daß auch der Sport der einfachen Ägypter indirekt auf die Person Pharaos bezogen werden konnte, wie es verschiedene Beispiele aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte belegen.

 

Bildnachweis  

Photo: © Wolfgang Decker

Photo: © Wolfgang Decker
Update:30.08.2010 Webdesign: H. Jenni © Basler Forum für Ägyptologie