BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 09.02.2012, 19:00 Uhr, Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel: "Schnitz" S 01 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Lic. phil. Madeleine Page-Gasser,
Archäologin, Ägyptologin und Kunstgeschichtlerin, Ausstellungskuratorin, freie wissenschaftliche Mitarbeiterin im BIBEL+ ORIENT Museum, Universität Freiburg Schweiz, Präsidentin der Stiftung für ein Schweizerisches Orient-Museum
Götter bewohnten Ägypten

Abstract der Referentin

 

Götter bewohnten Ägypten

Es gibt kaum Sammlungen altägyptischer Antiquitäten, die nicht auch eine Anzahl Götterfiguren aus Bronze umfassen. Nur wenige Studien befassen sich eingehend mit solchen Artefakten, obwohl diese eine durchaus bedeutende Denkmälergattung darstellen. Die Götterbronzen geben Einblick in das ägyptische Pantheon – sie sind sowohl ein wichtiges Zeugnis des altägyptischen Polytheismus als auch Ausdruck der komplexen Religiosität des 1. Jahrtausends v. Chr.
     
Doppelköpfige, pantheistische Gottheit, M.A. 2583
Bibel+Orient Museum, Universität Fribourg

Da die Vielzahl ägyptischer Bronzefiguren keine gesicherte archäologische Herkunft aufweist, rückt unweigerlich die Problematik der Datierung in den Vordergrund. Die Berücksichtigung der technischen Herstellungsweise und der stilistischen Kriterien, besonders aber der Vergleich mit Exemplaren, die Träger einer Inschrift mit Personennamen sind, können als Richtlinien für Datierungsvorschläge dienen. Eine zumeist grosszügig abgesteckte Zeitspanne ist jedoch besonders bei jenen kleinformatigen Metallskulpturen unvermeidbar, die mit Hilfe mehrfach verwendbaren Gussformen hergestellt worden sind.
         
Isis Lactans mit Inschrift, ÄFig. 1995.1 
Bibel+Orient Museum, Universität Fribourg

Als besonders interessant erweist sich bei dieser Denkmälergattung eine Analyse ihrer ikonographischen Vielfalt. Grundlegend für diesen Darstellungsreichtum sind die Möglichkeiten, eine Gottheit sichtbar und anschaulich zu machen, ohne sich aber auf eine einzelne Erscheinungsform zu beschränken. Sie sind dem komplexen Wesen des Gottes entsprechend vielgestaltig. Diese visuelle Manifestation ist jedoch nicht als ein Abbild des göttlichen Aussehens zu verstehen, sondern sie ist lediglich ein Hinweis auf dessen Eigenschaften und Funktionen. 
        
Apis-Stier, ÄFig. 1989.1; Mischwesen mit Stierkopf, ÄFig. 1998.2
Bibel+Orient Museum, Universität Fribourg

Bildnachweis  

Photo: © M. Page-Gasser

Photos: © Sammlung «Bibel + Orient» der Universität Freiburg Schweiz
Update: 17.01.2012 Webdesign: H. Jenni © Basler Forum für Ägyptologie