BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 22.05.2014, 19:00 Uhr, Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel: "Schnitz" S 01 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Dr. Miriam Ronsdorf, Basel
Kitsch und Kostbarkeiten – Archäologie im Hollywoodkino

Abstract der Referentin

 

Die Popularität des Alten Ägypten in der westlichen Welt ist ungebrochen: Nicht nur im Film erwecken Ägyptenmythen das Interesse eines breiten Publikums. Elemente wie Pyramiden, Hieroglyphen, altägyptische Priester oder Gottheiten und nicht zuletzt Mumien dienen der Inszenierung einer pseudoägyptischen Kulisse, die als geheimnisvoller Hintergrund finanziell erfolgreicher Filmproduktionen fungiert. Was fasziniert den Zuschauer so ausdauernd am Thema Altägypten im populären (Hollywood-)Film? Weder zeichnet sich der Film mit Ägyptenthematik durch Innovationen oder Neuerungen aus, noch weist er überraschende Enden oder eine eine anhaltende Grundspannung durch dramaturgische Überraschungen auf. Im Gegenteil: Es präsentiert sich eine Dauerschleife gleichartiger (Bewegt-)Bilder und Handlungselemente. Während der populäre Film mit historischen Inhalten immer mehr Beachtung durch (Alt-)Historiker, Archäologen oder Mediövisten erfährt, zeugt die nahezu unbearbeitete kontemporäre Ägyptenrezeption von den Vorbehalten der wissenschaftlichen Ägyptologie, sich den massenmedialen Aspekten der anhaltenden Ägyptenfaszination zuzuwenden. Insbesondere vor den Medien der Populärkultur und ihren Konsumenten weichen die Vertreter der Ägyptologie immer noch zurück. Doch um aktiv und pointiert in die ausser-akademische Diskussion um den populären Film mit Ägyptenthematik eingreifen und alternative Sichtweisen sowie unhaltbare Verkürzungen korrigieren zu können, müssen zuerst die Wirkungsphänomäne dazu bekannt sein. Filmisch generierte Ägyptenbilder haben eine Wirkmacht, welche die Auseinandersetzung der Fachwissenschaft Ägyptologie und ihrer Vertreter hinreichend legitimiert. Der populäre Film mit (pseudo-)historischen Inhalten gibt Denkmuster vor und beeinflusst das Welt- und Geschichtsbild der Zuschauer. Die (Bewegt-)Bilder konstruieren einen eigenen Diskurs, der von Geschichtsexperten nicht ignoriert werden sollte. Die Notwendigkeit wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit fiktionalen Populärfilmen, die historische Epochen berühren, sollte nicht unterschätzt oder ignoriert werden.

Raiders

Stargate

Update: 16.04.2014 Webdesign: H. Jenni © Basler Forum für Ägyptologie